Regulatorik

FINMA vs. BaFin Fit-and-Proper: Der DACH-Vergleich 2026

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20.04.2026

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FINMA vs. BaFin Fit-and-Proper: Der DACH-Vergleich 2026

Für Banken mit Geschäftsaktivität in Deutschland und der Schweiz ist das Fit-and-Proper-Regime doppelt: einmal BaFin, einmal FINMA. Die Verfahren unterscheiden sich in wichtigen Details. Wer beide konsistent dokumentieren will, muss beide verstehen. Dieser Leitfaden zeigt den Side-by-Side-Vergleich und wie Du eine einheitliche Prüf-Architektur aufbaust.

Das gemeinsame Fundament: „Fit" und „Proper"

Beide Regime folgen dem europäischen Fit-and-Proper-Prinzip mit zwei Säulen:

  • Fit (fachliche Eignung): Qualifikationen, Erfahrung, Kompetenz für die konkrete Rolle

  • Proper (persönliche Zuverlässigkeit): keine Vorstrafen, keine Insolvenz, keine Sanktions-/PEP-Treffer, keine Interessenkonflikte

Unterschiede liegen in: Rechtsgrundlage, Prüfverfahren, Geltungsbereich, Dokumentationsformat und Rechtsmittel.

Side-by-Side-Vergleich

Kriterium

BaFin (DE)

FINMA (CH)

Rechtsgrundlage

§ 25c KWG, § 24 VAG, ZAG

Art. 3 BankG, Art. 11 FinIG, Art. 14 VAG

Prüfumfang (Personen)

Geschäftsleiter, Aufsichtsrat, ab 2026 auch CCO/CRO/CFO (CRD VI)

Vorstand, Verwaltungsrat, Geschäftsleitung — „Gewährspersonen"

Prüfzeitpunkt

Bei Bestellung; laufendes Monitoring nach § 25h KWG

Bei Bewilligung, bei Wechsel, jährlich im Rahmen FINMA-Supervisor

Dokumentenstandard

BaFin Merkblatt Geschäftsleiter, Musterfragebogen

FINMA-Wegleitung zur Gewährsperson, formlose Selbstauskunft plus Belege

Konsequenz bei Mangel

Ablehnung, Abberufung, Bußgeld bis 10 Mio. € / 5 % des Jahresumsatzes

Bewilligungs-Entzug, Anordnung, persönlicher Tätigkeitsverbot

Rechtsmittel

Widerspruch, Klage vor VG

Einsprache FINMA, Beschwerde Bundesverwaltungsgericht

Sprache

Deutsch

Deutsch, Französisch, Italienisch (je nach Institut)

Laufendes Monitoring

Ja (Sanktionen, PEP wöchentlich)

Risikobasiert, abhängig von FINMA-Kategorie

Die wichtigsten Unterschiede im Detail

1. Prüf-Tiefe: BaFin ist formalisierter

BaFin arbeitet mit einem detaillierten Musterfragebogen (28 Seiten), der jede Position, Ausbildung und relevante Aktivität abfragt. FINMA dagegen erwartet eine weniger formalisierte Gewährsperson-Dokumentation — mehr Raum für Interpretation, aber auch weniger Klarheit darüber, was „ausreichend" ist.

2. Monitoring-Frequenz

Seit 2026 verlangt die BaFin laufendes Sanktions-, PEP- und Adverse-Media-Monitoring nach § 25h KWG — mindestens wöchentlich, besser täglich. FINMA ist risikobasiert: Bei Banken der Kategorien 1-2 (systemrelevant) ebenfalls engmaschig, bei Kategorie 5 (kleinste Institute) ausreichend quartalsweise.

3. Persönliche Haftung

BaFin kann Geschäftsleiter individuell abberufen (§ 36 KWG). FINMA kann persönliche Tätigkeitsverbote aussprechen — auch für Personen, die formal nicht (mehr) im Institut tätig sind (Art. 33 FINMAG). Beides hat existenzbedrohende Karrierefolgen.

4. Sprachliche Anforderung

BaFin akzeptiert nur deutschsprachige Dokumentation. FINMA akzeptiert je nach Ort des Instituts Deutsch, Französisch oder Italienisch — für Zürcher Banken praktisch deutsch, für Genfer französisch, für Luganer italienisch. Englisch ist nicht zulässig.

Was gilt in Österreich?

Die FMA in Österreich führt Fit-and-Proper nach § 5 BWG und orientiert sich stark an BaFin-Standards plus EBA-Guidelines. Besonderheit: Bei jedem Wechsel wird erneut geprüft — auch bei Versetzungen innerhalb desselben Instituts.

EU-weite Harmonisierung: EBA-ESMA und CRD VI

Die EBA-ESMA Joint Guidelines on Suitability 2024 harmonisieren die Anforderungen EU-weit. CRD VI (ab 2026) erweitert den Scope auf Chief Financial Officer, Chief Risk Officer, Chief Compliance Officer und Heads of Control Functions. Die FINMA hat angekündigt, sich auf EBA-ESMA-Standards zu referenzieren — aber als Nicht-EU-Regulator nicht formal zu übernehmen. Das bedeutet für CH-Banken: eigenständige Anpassung der Governance-Strukturen.

Praktische Umsetzung für multinationale Institute

Für Banken mit DE/CH-Tochtergesellschaften empfehlen sich drei Schritte:

  1. Rollenmatrix konsolidieren: Alle Schlüsselrollen mit Jurisdiktion, Regulator und Prüfanforderungen dokumentieren

  2. Prozess-Harmonisierung: eine Prüf-Workflow-Architektur, die BaFin- und FINMA-Anforderungen parallel dokumentiert (spart bis zu 40 % Aufwand)

  3. Monitoring-System: zentrales Sanktions-/PEP-Screening, das BaFin-wöchentlich-Monitoring erfüllt und FINMA-Dokumentation risikobasiert ableitet

Wie Indicium beide Regime abbildet

  • Parallele Dokumentation nach BaFin-Musterfragebogen und FINMA-Gewährspersonen-Format

  • Laufendes Monitoring nach § 25h KWG (wöchentlich) mit FINMA-kompatiblem Audit-Trail

  • Automatische Sprach-Auswahl je nach Institut (DE/FR/IT für CH, DE für AT und DE)

  • EU-Server ausschließlich — DSGVO-konform, revDSG-konform parallel

Fazit

BaFin und FINMA teilen das Fundament, unterscheiden sich aber in Formalismus, Monitoring-Frequenz und Konsequenz-Schärfe. Wer in beiden Ländern operiert, sollte eine integrierte Prüf-Architektur aufbauen — sonst dokumentiert man jede Rolle dreimal: einmal intern, einmal für BaFin, einmal für FINMA.

Buche eine Demo und sieh Dir den integrierten BaFin-FINMA-Workflow an. Weiterführend: BaFin Fit-and-Proper 2026 und Fit-and-Proper KWG § 25c.

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Nabil El Berr




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